Asoziales Verhalten von Kommilitonen

Also wirklich. Heute musste ich mich schon wieder ärgern. Mag jetzt manch einem übertrieben erscheinen, dass mich das so aufregt, aber so bin ich nunmal.

In einem meiner Seminare hat sich heute rausgestellt, dass eine der ursprünglichen Teilnehmerinnen ihr Referat nächste Woche nicht hält; weil sie sich nämlich exmatrikuliert hat. Davon wusste aber unsere Dozentin nichts, weil die Studentin es anscheinend nicht für nötig gehalten hat sie darüber in Kenntnis zu setzen. Eine ihrer Bekannten hat die Information dann heute auf Nachfrage der Dozentin preisgegeben.

Ich finde das, in Zeiten von E-Mails – die sich aufwandslos, unkompliziert und schnell verschicken lassen –, einfach asozial.

Asozial der Dozentin gegenüber, die damit gerechnet hat, dass nächste Woche ein Referat zu einem bestimmten Thema gehalten werden würde, und vor allem auch asozial uns, ihren Mitstudenten, gegenüber.
An sich ist es mir völlig egal, ob jemand sein Referat hält oder nicht, solange er rechtzeitig vorher dafür absagt, sodass der Dozent die Chance hat ein Alternativprogramm für die entsprechende Sitzung vorzubereiten. Wenn jemand anderes sein Studium nicht ernst nimmt oder dieses sogar hinschmeißt – warum auch immer; es gibt ja gute Gründe für sowas – dann ist das schon seine Sache, aber wenn mich das dann betrifft, dann ist es irgendwie auch meine Sache. Die Qualität meines Studiums leidet nämlich darunter, wenn plötzlich eine Sitzung ausfällt oder aus dem Stehgreif heraus gestaltet werden muss. Und dann finde ich das nicht mehr in Ordnung.

Es ist ja wohl nicht zu viel verlangt, dass man einfach absagt, wenn man an einem Kurs nicht mehr teilnehmen will/wird und deshalb das Referat nicht hält!

Das überlegt sich nämlich ein Großteil der Studenten die meiste Zeit seines Studiums nicht:
Dass sich ihr Studierverhalten doch tatsächlich auch auf das Studium von anderen auswirkt. Seminare leben davon, dass man sich vorbereitet und die vom Dozenten ausgegebenen Texte liest und sich an Diskussionen beteiligt bzw. allgemein einfach aktiv am Kurs mitwirkt (Fragen stellen zählt auch). Denn wenn man von ‚Tuten und Blasen‘ keine Ahnung hat (weil Texte lesen und ‚Hausaufgaben‘ machen nicht sein Ding ist) und prinzipiell nur unbeteiligt dasitzt und Löcher in die Luft starrt, dann betrifft das sehr wohl auch die anderen Teilnehmer einer Veranstaltung.

Bei manchen Studenten hat man wirklich den Eindruck, sie denken, sie wären allein an der Universität. Komisch nur, dass da noch ein Haufen andere Leute auf dem Campus rumlaufen. Aber mit denen allen hat man ja nichts zu tun. Die kennt man ja nicht (persönlich). Das kann einem ja völlig egal sein, was mit denen ist!

Vielleicht fühlt sich ja der eine oder andere dazu angeregt darüber doch nochmal nachzudenken und entscheidet sich dafür sein Studium einen Tick aktiver zu gestalten. Davon könnte man selbst UND jemand anderes etwas haben. Wäre das SO schlimm?

Ich kann doch nicht die einzige sein, die das so empfindet?!

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